
Wiederherstellung der forstwirtschaftlichen Strasse Rossa-Valbella infolge der Unwetterschäden 2006 und zur Bewirtschaftung und Pflege der Schutzwälder
Das Projekt
Bestehende Verhältnisse vor Baubeginn
Die Forststrasse Rossa-Valbella, welche nahezu durchgehend mit einem Bitumenbelag versehen ist, liegt zuhinterst im Calancatal und verläuft auf einer Länge von 3,5 km vom Dorfausgang Rossa (1'080 m.ü.M.) bis nach der Siedlung Valbella (1'340 m.ü.M.). Über weitere Forst- und Landwirtschaftswege erschliesst die Forststrasse ein Gebiet von ca. 100 ha Wald von hohem Schutzwert, 65 Hütten und Ställe für die landwirtschaftliche Nutzung von diversen Alpen sowie 12 ha Mähweiden und sechs Alpen. Die Strasse ist auch wichtig für die OIM (Officine Idroelettriche del Moesano) als Zugang zur Wasserfassung bei Valbella.
Wegen der Bewirtschaftung und Pflege der Schutzwälder müssen in den nächsten 40 Jahren mehr als 40'000 m3 Holz über diese Strasse ins Tal transportiert werden. Die Strasse ist zwischen 1930 und 1940 in verschiedenen Etappen erstellt sowie in den 70er-Jahren asphaltiert worden.
Im Laufe der letzten Jahre hat das topografisch ohnehin schon schwierige Teilstück zwischen Salüdin bis oberhalb Valbella sehr stark unter dem Verkehr schwerer Fahrzeuge sowie dem Transport schwerer Baumaschinen gelitten.
Ein weiterer Grund für die Verkehrszunahme waren einerseits die Holztransporte sowie der Bau von zusätzlichen Forstwegen, andererseits aber vor allem die Sanierung der grossen Unwetterschäden vom Oktober 2006.
Das Ausmass der Schäden hat sich vor allem im Laufe des vergangenen Jahres stark verschlimmert, so dass die Durchfahrt an manchen Stellen gefährdet ist. Einzelne Schäden konnten noch im Rahmen des vor dem Abschluss stehenden Sanierungsprojektes der Unwetterschäden 2006 behoben werden.
Zum Projekt
Beim stark geschädigten Strassenstück zwischen Salüdin (1'180 m.ü.M.) und dem nördlichen Ausgang von Valbella (1'340 m.ü.M.) müssen der Fahrbahnbelag saniert, die Trockenmauern stabilisiert und teilweise mit befahrbaren Betonkronen gesichert sowie die Abflussverhältnisse des Meteorwassers verbessert werden. An einzelnen Stelln wird die Strasse bergseits leicht verbreitert.
Das ganze Projekt wird in 27 einzelne Abschnitte aufgeteilt. Die Fahrbahnbreite soll mindestens 3 m und die Steigungen zwischen 6 und 10 % sowie die Kurvenradien mindestens 8 m betragen.
An der Gemeindeversammlung vom 18. Dezember 2010 wurde der Ausführung des Projektes zugestimmt.
Mit den Arbeiten konnte im Mai 2011 begonnen werden und mit deren Abschluss rechnet man im Oktober 2012.
Kosten und Finanzierung
| Gemäss Kostenzusammenstellung sehen die Kosten wie folgt aus: | ||
| Bauinstallation | Fr. | 45'000.-- |
| Versetzen von Granitplatten | Fr. | 63'000.-- |
| Zyklopenmauerwerk bergseitig | Fr. | 16'500.-- |
| Zyklopenmauerwerk als Stützmauern | Fr. | 69'750.-- |
| Mauerkronen in Beton | Fr. | 121'000.-- |
| Entwässerungen in Beton | Fr. | 30'000.-- |
| Entwässerungsrinnen | Fr. | 35'000.-- |
| Strassenbelag | Fr. | 276'250.-- |
| Projekt und Bauleitung | Fr. | 78'780.-- |
| Unvorhergesehenes | Fr. | 64'720.-- |
| Gesamtkosten | Fr. | 800'000.-- |
| Die Finanzierung sieht folgendermassen aus: | ||
| Gesamtkosten | Fr. | 800'000.-- |
| ./. Subventionen von Bund und Kanton | Fr. | 555'000.-- |
| Noch zu finanzierender Restbetrag | Fr. | 245'000.-- |
Der Bedarf an Instandstellungen von Waldwegen ist ausgewiesen. Wird auf diese dringenden Substanzerhaltungsmassnahmen verzichtet, nimmt die Befahrbarkeit dieser Waldwege rasch ab und die Pflege der Schutzwälder kann nicht mehr gewährleistet werden.
Schutzwald ist bei weitem der kostengünstigste Schutz gegen Lawinen: Selbst im extremen Lawinenwinter von 1999 gab es in der Schweiz keinen Lawinenanriss in einem Schutzwaldgebiet. Der Wald verhindert die Bildung einer gleichmäßigen Schneeschicht, da der Schnee zuerst zurückgehalten wird und dann paketweise von den Ästen auf den Boden fällt.
Geht der Schutzwald beispielsweise durch Sturm verloren, muss durch Naturverjüngung, Aufforstung und falls nötig Lawinenverbauungen für Ersatz der Schutzwirkung gesorgt werden. In den Schweizer Alpen wurden bereits im Hochmittelalter Wälder wegen ihrer Schutzfunktion gegen Lawinen oder Steinschlag mit dem Bann belegt (der allgemeinen Nutzung entzogen). Die ältesten Schutzbriefe stammen aus den Kantonen Schwyz und Uri. Im
15. Jahrhundert war der Bannwald als Schutzwald im Berggebiet weit verbreitet.
Die Gemeinde muss die verbleibenden Restkosten selber tragen. Unter der Berücksichtigung, dass der Gemeinde weitere sehr grosse Vorhaben bevorstehen, ist eine Mitfinanzierung seitens Dritter umso wichtiger. Aus den erwähnten Gründen können wir Ihnen eine Mithilfe bei diesem Projekt sehr empfehlen.
Bis heute konnten wir für dieses Projekt Spenden von Fr. 8'700.-- vermitteln.



