Sanierung Trinkwasserversorgung Eierschwand

Das Projekt

Das Einzugsgebiet der WVG Eierschwand Bürglen erstreckt sich über die sonnige, südorientierte Talflanke direkt oberhalb Bürglen mit 28 verstreut liegenden, meist ganzjährig bewohnten und ausschliesslich landwirtschaftlich genutzten Liegenschaften zwischen dem Färchwald und dem Holdenbach sowie zwischen dem Schächenbach und der Alp Butzli. Vier der Liegenschaften sind sogenannte Stufenbetriebe, welche im Winter nicht bewohnt sind.

 

Heute gewährleisten mehrere Einzel- und Gruppenversorgungen die Trinkwasserversorgung. Es besteht aber eine unzureichende Versorgungssicherheit, wodurch bei minimalen Quellschüttungen der Ertrag nicht mehr ausreicht und teilweise sogar Bachwasser zur lebensnotwendigen Trinkwasserversorgung für Mensch und Tier genutzt werden muss. Die vorhandenen Qualitätsstandards in hygienischer Hinsicht genügen den gesetzlichen Vorgaben nicht.

 

Die an sich schon äusserst prekäre Versorgungssituation hat sich durch die Unwetter 2005 und 2008 im ganzen Gebiet noch zugespitzt. Neben verschiedenen grösseren Überschüttungen und Schäden sind auch einzelne der bestehenden Quellfassungen abgerutscht oder zerstört worden.

 

Es sind nur wenige Quellaustritte vorhanden, die sich für die flächendeckende Trinkwasserversorgung im Gebiet eignen. Die Wasserversorgungsgenossenschaft möchte innerhalb des gesamten Projektperimeters das vorhandene Quellwasservorkommen möglichst optimal nutzen, damit der ausgewiesene Trinkwasserbedarf für die 113 Einwohnern sowie 263 Grossvieheinheiten bereitgestellt werden kann.

 

Grundsätzlich erhalten alle Wohnbauten einen Anschluss und eine Wasseruhr. Befinden sich mehrere Landwirtschaftsgebäude auf einer Liegenschaft, wird nur der Hauptbetrieb angeschlossen. Für alle weiteren Gebäude wie Weideställe, kurzzeitig benutzte Stallungen usw. muss der jeweilige Grundeigentümer selber besorgt sein.

 

Es wird ein komplett neues Trinkwasserversorgungssystem erstellt. Bestehende Leitungen usw. können auf eigene Verantwortung einzig als Notversorgung oder zur Speisung der Tränkebrunnen genutzt werden.

 

Das Wasser aus den für die Nutzung vorgesehen Quellen in den Gebieten Butzli, Schipfi und Brunni wird in drei Sammelbrunnenstuben geführt. Bei mindestens einem dieser Sammelbrunnen wird eine UV-Desinfektion zur Entkeimung notwendig.

 

Die vorfabrizierten Reservoire mit 15 m3, resp. 25 m3 Fassungsvermögen werden mit dem Helikopter an die Standorte in Oberschwand auf 1'440 m.ü.M, Schipfi auf 1'225 m.ü.M. und Brunni auf 1'090 m.ü.M. versetzt. Das gesamte Leitungsnetz von ca. 8,8 km Länge wird auf Frosttiefe verlegt.

 

Das Versorgungsgebiet ist nur teilweise mit Zufahrtsstrassen erschlossen. Der Zugang zu den einzelnen Liegenschaften erfolgt mehrheitlich über die Luftseilbahn Brügg - Ruogig, und im Brandfall ist ein rasches Anrücken der Feuerwehr Bürglen erheblich erschwert. Die vorhandenen Gebäude sind noch mehrheitlich als Holzkonstruktionen erstellt.

 

In Absprache mit den zuständigen Behörden sind folgende Massnahmen vorgesehen: Für die Löschwasserversorgung werden je ein Hydrant bei Oberschwand, Eierschwand und Halten erstellt. Den Eigentümern bleibt es vorbehalten, eigene Nasslöschposten zu installieren oder Handfeuerlöscher einsatzbereit zu halten. Mit diesen Massnahmen ist bereits eine deutliche Verbesserung der Brandbekämpfungsmöglichkeiten gewährleistet.

 

Die Ausführung der Arbeiten wurde an der Genossenschaftsversammlung vom 28. September 2010 beschlossen und genehmigt.

 

Mit den Bauarbeiten konnte im September 2011 begonnen werden. Alle Arbeiten sollen bis im Herbst 2013 fertiggestellt werden.

 

Kosten und Finanzierung

Die Kosten für dieses Vorhaben sehen wie folgt aus:
Quellenrechte, Schutzzonen, Dienstbarkeiten Fr. 235'000.--
Quellfassungsanlagen Fr. 458'000.--
Reservoirbauten Fr. 359'000.--
Leitungsnetz Fr. 1'541'000.--
Druckreduktionen Fr. 350'000.--
Brandschutzmassnahmen, Wasseruhren Fr. 207'000.--
Gesamtkosten Fr. 3'150'000.--
Die Finanzierung ist folgendermassen vorgesehen:
Gesamtkosten Fr. 3'150'000.--
./. Subvention Bund Fr. 890'000.--
./. Subvention Kanton Uri Fr. 729'000.--
./. Beitrag Korporation Uri Fr. 157'500.--
./. Beitrag Feuerlöschfonds Fr. 16'500.--
./. Beitrag Gemeinde Bürglen Fr. 49'500.--
./. Beitrag Ernst Göhner Stiftung, Zug Fr. 300'000.--
./. Direkte Spenden Fr. 130'000.--
./. Eigene Mittel (Grundeigentümerbeiträge) Fr. 186'000.--
./. Eigenleistung in Form von Arbeit Fr. 100'000.--
Noch zu finanzierender Restbetrag Fr. 591'500.--

Die Grundeigentümer im Einzugsgebiet haben sich im Jahr 2009 zur Wasserversorgungsgenossenschaft (WVG) Eierschwand Bürglen zusammengeschlossen, um die wenigen brauchbaren Trinkwasservorkommen gemeinsam zu nutzen, die Infrastruktur für die Trinkwasserversorgung auf einen zeitgemässen und gesetzeskonformen Stand zu bringen sowie die anfallenden Aufgaben zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für das Überleben im Berggebiet miteinander zu tragen.

 

Durch die Realisierung des Projektes stellt die WVG Eierschwand Bürglen eine ausreichende und zeitgemässe Wasserversorgung sicher. Dies trägt dazu bei, die Berglandwirtschaft in dieser Region auch in Zukunft zu erhalten.

 

Die Genossenschafter, wovon 23 Bergbauern sind, bringen Eigenmittel und Eigenleistungen in Form von Mitarbeit ein. Die Finanzierung der verbleibenden Restkosten übersteigen die finanziellen Möglichkeiten der Genossenschafter aber trotzdem bei weitem. Daher möchten wir Ihnen eine Unterstützung dieses Projektes wärmstens empfehlen.

 

Bis heute konnten wir für dieses Projekt Spenden von Fr. 445'015.-- vermitteln.



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