Gesamtmelioration Thalkirch

Das Projekt

Bestehende Verhältnisse vor der Gesamtmelioration

Die ehemalige Gemeinde Safien ist, wie manch andere Berggemeinde, den negativen Auswirkungen der strukturellen Veränderungen in wirtschaftlichen, kulturellen aber auch gesellschaftlichen Belangen besonders stark ausgesetzt. Die Auswirkungen auf die Einwohnerzahl, die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe und die Zukunftsaussichten junger Landwirte sind überall deutlich spürbar.

 

Um eine effiziente und zeitgemässe Bewirtschaftung zu ermöglichen, beschäftigt sich die ehemalige Gemeinde Safien schon seit den siebziger Jahren mit Gesamtmeliorationen in ihren Fraktionen. In den Fraktionen Zalön bis Bäch sind die Meliorationen entweder beendet oder stehen kurz vor dem Abschluss. Gün und Neukirch stehen wie Thalkirch noch am Anfang ihrer Arbeit.

 

Die Fraktion Thalkirch ist die höchstgelegene Siedlung im Safiental und erstreckt sich vom Hof „Malönja“ bis zum Hof „z’Hinderst“. Das Beizugsgebiet der Gesamtmelioration Thalkirch umfasst das parzellierte Landwirtschaftgebiet von 287 ha, unterteilt in 243 Parzellen im Eigentum von 60 Grundeigentümern.

 

In Thalkirch wird ausschliesslich Graswirtschaft betrieben. Als Hauptproduktion gilt die Aufzucht und Mast. In der Milchproduktion sind keine Betriebe tätig. Die Alpwirtschaft im Safiental, insbe-sondere in Thalkirch, hat eine grosse Bedeutung.

 

Die Alpen rund um das Beizugsgebiet werden mehrheitlich von den ansässigen Landwirten be-wirtschaftet. Das Vieh stammt vorwiegend aus dem Safiental, aber auch aus den Gemeinden Versam und Valendas, womit ein Zusatzverdienst für die Safier Landwirte generiert wird. Auf den Kuhalpen wird Alpkäse hergestellt. Auf den übrigen Alpen wird das Jungvieh gesömmert und im Herbst auf dem Viehmarkt Thalkirch verkauft.

 

Massnahmen

Für eine effiziente, zeitgemässe und sichere Bewirtschaftung des Kulturlandes sollen 10,5 km Haupt- und Bewirtschaftungsstrassen gebaut werden. Mit der Arrondierung des Grundeigentums über 287 ha werden die Arbeitsbedingungen verbessert, die Betriebskosten gesenkt und die Landwirtschaftsbetriebe gestärkt. Die hohe Unfallgefahr beim Befahren der bestehenden Wege kann durch den Ausbau der Wege stark reduziert werden. Im Weiteren soll die nachhaltige Nutzung und Pflege der vielfältigen Kulturlandschaft mit Flachmooren und Trockenwiesen auf absehbare Zeit gesichert werden.

 

Im Weiteren ist es mit der Güterzusammenlegung möglich, unproduktive, abgelegene und schwer bewirtschaftbare Flächen einem anderen Bewirtschaftungszweck zuzuführen, wie zum Beispiel Aufforstung, Weidegang und Naturschutzgebiet usw.

 

Der Ausführung des Projektes und dem Kredit wurde anlässlich der Gemeindeversammlung vom 27. Februar 2008 zugestimmt.

 

Die erste Etappe wurde mit vermessungstechnischen und planerischen Arbeiten im Jahre 2007 eröffnet. Dieser Abschnitt beinhaltete die Vorarbeiten, das Auflageprojekt sowie die Bearbeitung des alten Bestandes und der Neuzuteilung. In weiteren Etappen werden die Zufahrten für die Stallneubauten erstellt und der Ausbau des Wegnetzes durchgeführt. Mit dem Abschluss der Gesamtmelioration Thalkirch rechnet man im Jahre 2017.

Kosten und Finanzierung

Gemäss Zusammenstellung sehen die Kosten wie folgt aus:
Kultur- und vermessungstechnische Arbeiten Fr. 520'000.--
Hoferschliessungen Fr. 557'000.--
Sanierung der Güterwege Fr. 6'423'000.--
Sanierung von Trockenmauern Fr. 40'000.--
Weg Chirchabüal Fr. 90'000.--
Übrige Arbeiten Fr. 210'000.--
Gesamtkosten Fr. 7'840'000.--
Die Finanzierung ist folgendermassen vorgesehen:
Gesamtkosten Fr. 7'840'000.--
./. Subvention Bund und Kanton Fr. 6'375'000.--
Vorläufige Restkosten Fr. 1'465'000.--
./. Grundeigentümerbeiträge Fr. 128'350.--
./. Fusionsbeitrag, anteilmässig Fr. 682'000.--
Noch zu finanzierender Restbetrag Fr. 654'650.--

Die Gesamtmelioration ist ein multifunktionales Instrument der Raumentwicklung. In ihr können Anforderungen von Seiten der Landwirtschaft, Natur-, Landschafts- und Umweltschutz sowie öffentlich-rechtliche, wirtschaftliche, planerische, kommunale und regionale Anliegen koordiniert und verwirklicht werden. Dies gilt es in Thalkirch zu nutzen.

 

Durch die Erneuerung und den Ausbau des Wegnetzes, wie auch der Arrondierung des Eigen- und Pachtlandes werden die landwirtschaftlichen Betriebe gestärkt. Es werden neu auch wieder Flächen bewirtschaftet, die sonst verganden und einwachsen würden.

 

Die reiche Kulturlandschaft in Thalkirch bleibt in Zukunft auch durch das Vernetzungskonzept und das Festhalten von Flächen im Grundbuch, die unter das Natur- und Heimatschutzgesetz fallen, erhalten.

 

Aus all den erwähnten Gründen können wir Ihnen eine finanzielle Unterstützung sehr empfehlen.

 

Bis heute konnten wir für dieses Projekt Spenden im Betrag von Fr. 10'000.-- vermitteln.



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