Hochwasserschutzprojekt Eistlenbach, 1. Etappe

Das Projekt

Der Eistlenbach ist der östlichste der fünf grossen Brienzer Wildbäche. Er hat ein weites Einzugsgebiet, das bis auf 2'205 m hinaufreicht. Seine Verbauungsgeschichte reicht mehrere Jahrhunderte zurück.

 

Das auf den Kegel des Eistlenbaches befindliche Dorf Hofstetten war mehrmals von verheerenden Murgängen betroffen. Die Geschichte des Eistlenbaches zeigt, dass die Sohlenlage auf dem Kegel sehr stark schwanken kann. Es finden wechselweise Erosions- und Ablagerungsprozesse statt, die sich nicht mit einem verhältnismässigen Aufwand verhindern lassen.

 

Der Eistlenbach stellt für das Dorf Hofstetten bei grossen Hochwassereignissen und Murgängen auch heute noch eine Gefährdung dar. Der Bach kann sehr viel Geschiebe verfrachten und bei Aufladung nach Westen Richtung Dorf ausbrechen. Bei den Unwettern in den Jahren 2004 und 2005 brachte der Bach je rund 20'000 m3 Geschiebe mit sich. Schäden entstanden an mehreren Landwirtschaftsbetrieben und Wohnhäusern. Betroffen wurde auch die Wasserversorgung des Kurszentrums Ballenberg sowie das Eingangsgebäude des Museums.

 

Seither stellte sich die Frage nach der verbleibenden Stabilität der Schutzbauten und nach weiteren nötigen Massnahmen. Die Schwellenkorporation Hofstetten liess in Zusammenarbeit mit dem Kanton Bern ein Gesamtkonzept erarbeiten, das sowohl die Anforderungen an einen genügenden Hochwasserschutz, als auch an eine zweckmässige Geschiebebewirtschaftung erfüllen soll.

 

Das Gesamtkonzept sieht vor, die Sohleneintiefung an zwei kritischen Stellen durch Instandstellung der bestehenden Sperren Nr. 11 und 12 zu begrenzen und einen hohen gewässerparallelen Schutzwall aufzubauen.

 

Das Projekt wird in drei Etappen ausgeführt. In der ersten Etappe werden die bestehenden, aber sanierungsbedürftigen Sperren instandgestellt. Zudem wird der bestehende Schutzdamm saniert. Das für den Bau benötigte Material, rund 40'000 m3 , wird aus der Umgebung entnommen oder von Innertkirchen, resp. vom Glyssibach auf die Baustelle transportiert.

 

Die Schwellenkorporation Hofstetten hat den Krediten am 18. März 2009, am 27. Januar 2011 und am 9. Juni 2011 zugestimmt.

 

Die Sanierung der Sperre Nr. 12 wurde bereits im Jahr 2009 ausgeführt, da die Tragsicherheit aufgrund der fortschreitenden Erosion von Bachsohle und Böschung nicht mehr gegeben war.

 

Die Arbeiten an der 1. Etappe sollen im Jahr 2013 abgeschlossen werden.

 

Kosten und Finanzierung

Gemäss Voranschlag sehen die Kosten für den Damm und die Sanierung der Sperren wie folgt aus:
Bauinstallation Fr. 50'000.--
Rodungs- und Wiederaufforstungsarbeiten Fr. 213'345.--
Erdarbeiten Fr. 966'912.--
Strassenbau Fr. 70'906.--
Leitungen Fr. 64'648.--
Gesamtkosten Sperre 11 Fr. 317'950.--
Gesamtkosten Sperre 12 Fr. 468'563.--
Planung, Bauleitung und Diverses Fr. 237'500.--
Unvorhergesehenes Fr. 156'472.--
MwSt. Fr. 203'704.--
Total Kosten Fr. 2'750'000.--
Die Finanzierung sieht folgendermassen aus:
Total Kosten Fr. 2'750'000.--
./. Subventionen Bund Fr. 1'182'500.--
./. Subvention Kanton Fr. 742'500.--
./. eigene Mittel (Schwellentelle 2012) Fr. 50'000.--
Restkosten Fr. 775'000.--

Die Finanzierung dieses Jahrhundertprojektes zur Sicherung des Dorfes Hofstetten vor Überschwemmungen und anderen Naturgefahren, stellt die Schwellenkorporation Hofstetten vor grosse Probleme.

 

Die Korporationsmitglieder haben der Erhöhung der Schwellentelle von 0,5 o/oo auf 1 o/oo des amtlichen Wertes zugestimmt. Dies bringt ab dem Jahr 2012 jährliche Einnahmen von rund Fr. 100'000.--, wovon maximal Fr. 50'000.-- jährlich für die Verbauung des Eistlenbaches eingesetzt werden können. Die restlichen Einnahmen werden für die Verbauungen an den weiteren Bächen benötigt. Somit ist die Finanzierung der Restkosten nur mit weiteren Darlehen der Bank und der Gemeinde möglich.

 

Die Naturkräfte, welche wir normalerweise bewundern, können zum Gegner von Mensch und Tier werden und zerstören ungebremst und wahllos, was ihnen im Wege steht. Mit einem Beitrag an dieses Projekt können Sie mithelfen, schlimme Schadenereignisse zu verhindern.

 

Eine finanzielle Hilfeleistung an dieses wichtige Projekt möchten wir Ihnen daher sehr empfehlen.

 

Bis heute konnten wir für dieses Projekt Spenden von Fr. 143'950.-- vermitteln.

 



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