Jahresversammlung vom 20. Mai 2011

Alt Bundesrat Hans-Rudolf Merz neu im Vorstand

An der Jahresversammlung durfte der Präsident der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden, Hans Hofmann, weit über 400 Besucher, Vertreter von Kantonsregierungen, Gemeinden, Firmen, Stiftungen und verschiedenen Institutionen sowie private Gönnerinnen und Gönner begrüssen. Er hat dies für die zahlreichen Besucher aus allen Teilen des Landes in den vier Landessprachen gemacht.

 

Ein grossartiges, gemeinsames Engagement hat erneut dazu geführt, dass im vergangenen Jahr Einnahmen von rund 21 Mio. Franken verzeichnet werden konnten. Hans Hofmann dankte allen, die aktiv an der Mitgestaltung der Beziehungen zwischen Berg und Tal beteiligt waren, für ihre Verbundenheit, Grosszügigkeit und ihre Solidarität.

 

Der Präsident wies darauf hin, dass es seit jeher die Hauptaufgabe der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden gewesen sei, die Solidarität zwischen den urbanen und den alpinen Regionen zu fördern. Dabei gehe es nicht nur um finanzielle Hilfe, sondern auch darum, die Bergwelt als wichtigen Teil unseres Landes wahrzunehmen.

 

Auch die Geschäftsleiterin, Barbla Graf, hat ihrer Freude Ausdruck verliehen, dass wieder so viele Besucher der Einladung der Schweizer Patenschaft gefolgt sind. Die von ihr erwähnten Kennzahlen haben beeindruckt. So seien von den Gönnerinnen und Gönnern im vergangenen Jahr über 120'000 Einzahlungen getätigt worden, die kleinste Spende habe 10 Rappen betragen und die grösste 1.55 Mio. Franken. Die Gelder seien für Restkostenfinanzierung von Wasser- und Abwasserprojekten, Strassensanierungen, Gemeindehäusern, Werkhöfen, Schulhäusern, Alpsanierungen, Verbauungen und Elementarschäden eingesetzt worden - um nur einige der unterstützten Projekte zu nennen.

 

Nach 16-jähriger unermüdlicher und engagierter Tätigkeit wurde Walter Zenhäusern mit grossem Dank vom Präsidenten aus dem Vorstand verabschiedet. Herr Zenhäusern hat sich entschieden, künftig etwas kürzer zu treten und den wohlverdienten Ruhestand zu geniessen. Als neues Mitglied wurde alt Bundesrat Dr. Hans-Rudolf Merz in den Vorstand gewählt. Er ist stark mit dem Berggebiet verbunden und wird seinen reichen Erfahrungsschatz und sein Kontaktnetz einbringen.

 

Gelebte Solidarität - unter diesem Motto standen die diesjährigen Referate von Christine Burgener, Gemeindepräsidentin Thalwil ZH, und Georg Fallet, Grossrat Val Müstair GR.

 

Die Gemeinde Thalwil darf bereits auf 40 Jahre Zusammenarbeit mit der Patenschaft zurückblicken. Christine Burgener berichtete über die Erfahrung Thalwils mit den verschiedenen Patengemeinden im Berggebiet.

 

Die Zürcher Seegemeinde ist dieses Jahr mit der Gemeinde Val Müstair eine neue Patenschaft eingegangen, die voraussichtlich über die Dauer von zehn Jahren laufen soll. Diese Gemeindepatenschaft beinhaltet neben einer grosszügigen jährlichen finanziellen Unterstützung für dringende Infrastrukturprojekte in der Gemeinde Val Müstair auch den gegenseitigen persönlichen Kontakt zwischen den Gemeindevorständen und der Bevölkerung.

 

Dem Entscheid an einer kürzlichen Gemeindeversammlung in Thalwil ging eine eingehende Evaluation verschiedener möglicher Empfängergemeinden voraus. Hauptkriterien waren der sichtbare Innovationswille der Gemeinde, die Chance, mit den Beiträgen eine wesentliche Verbesserung der Situation zu erreichen, sowie die Bereitschaft der Behörden für eine persönliche Kontaktaufnahme. Die Gemeinde Val Müstair hat die Voraussetzungen am besten erfüllt und kommt daher in den Genuss dieser Patenschaft.

 

Für Georg Fallet ist die Verwaltung der aus sechs Gemeinden entstandenen Fusionsgemeinde Val Müstair mit lediglich 1’600 Einwohnern und einem entsprechenden Steuereinkommen eine grosse Herausforderung. Der Grossrat hat in seiner Rede unterstrichen, dass die Regierung des Kantons Graubünden künftig ihre Unterstützung vom Vorhandensein zukunftsorientierter Konzepte zur regionalen Entwicklung abhängig mache. Das Tal stelle sich den neuen Anforderungen. So hätten beispielsweise die Bauern entschieden, auf Bioproduktion umzustellen. Im Weiteren gehe es darum, nicht nur die Landwirtschaft, d.h. die erste Verarbeitungsstufe, sondern auch die Vermarktung von einheimischen, regionalen Produkten, an denen die Landwirtschaft vorwiegend beteiligt sei, zu fördern.

 

Den musikalischen Abschluss bildete die Blasmusik Ramosch GR, die mit einer überzeugenden Grossformation, Ehrendamen und einem Fahnenträger aufmarschiert war. Etwa zehn Prozent der Ramoscher Bevölkerung haben zum guten Gelingen der Jahresversammlung beigetragen, und das - wohlverstanden - an einem Werktag. Nach den zahlreichen Gruss- und Dankesvoten konnte unser Präsident zum Aperitif überleiten, der in verdankenswerter Weise von der Gemeinde Ramosch offeriert wurde. Die Gönner - und natürlich auch die Verantwortlichen der Patenschaft - wissen es sehr zu schätzen, dass für solche Anlässe keine Spendengelder beansprucht werden. Ein weiterer Beweis dafür, dass die Patenschaft mit den eingegangenen Spenden sorgsam umgeht.